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Erfolgreiche Kooperation von Industrie- und Handelskammern bei der Kooperation mit Bildungsträgern bei der Erprobung beruflicher Teilqualifikationen

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat den Abschlussbericht zur Evaluation der Pilotinitiative "Chancen nutzen! Mit Teilqualifikationen Richtung Beruf" vorgelegt.

Die 2013 bis 2016 durchgeführte Pilotinitiative hatte zum Ziel, Teilqualifikationen zu erproben, die gering Qualifizierten über 25-Jahren den Einstieg in eine qualifizierte berufliche Tätigkeit und den schrittweisen, nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses ermöglichen. Zumeist wurden Teilqualifikationen (TQ) verwendet, die aus anerkannten Ausbildungsberufen (etwa Ausbildungsbausteine des BiBB oder Teilqualifikationen aus dem Projekt „Optimierung der Qualifizierungsangebote für gering qualifizierte Arbeitslose“ der BA stammen). Über die Hälfte der insgesamt 79 IHKs beteiligten sich an der Pilotinitiative. Teilqualifizierungen wurden für 20 Berufsfelder angeboten mit einem Schwerpunkt im Bereich Lager und Logistik. Die meisten IHKS kooperierten nicht nur mit einem, sondern mehreren Bildungsträgern und dies erfolgreich.

Teilqualifikationen sind nach den Ergebnissen der Evaluation zwar kein Masseninstrument, schließen aber eine Lücke zwischen Umschulungsangeboten, Angeboten zur Vorbereitung auf die Externenprüfungen und anderen, nicht abschlussorientierten Qualifizierungen. Es gelingt nach den Projekterfahrungen, die Beschäftigungschancen der geförderten Teilnehmenden zu erhöhen und erfolgreich erste Schritte hin zum Berufsabschluss zu ermöglichen. Bis März 2016 haben nach Angaben der beteiligten IHKs ca. 2.100 Personen im Rahmen der Pilotinitiative eine Qualifizierung unter Verwendung von TQ begonnen; die Zahl der absolvierten Externenprüfungen wird auf einen „dreistelligen Bereich“ geschätzt, das heißt, das ein Berufsabschluss nicht immer erreicht wird bzw. erreicht werden kann.

Nach der guten Bilanz, die der Abschlussbericht zieht, wollen die IHKs nun ein flächendeckendes Angebot schaffen. Besonders Potential sehen die IHKS bei der Zielgruppe erwachsener Zuwanderer und gering qualifizierter Arbeitslosen (eher nicht so stark bei Beschäftigten). Besonders Anliegen des DIHK ist es auch, die erworbenen beruflichen Kompetenzen in einem bundesweit vergleichbaren IHK-Zertifikat festzustellen. Die Evaluation hatte etwa angesichts einer kaum mehr zu überschaubaren Anzahl an Zertifizierungen und Bescheinigen am Bildungsmarkt und der damit einhergehenden eingeschränkten Übersichtlichkeit und Akzeptanz auch bei Arbeitgebern empfohlen, für mehr Einheitlichkeit und Transparenz zu sorgen.

Der Abschlussbericht des Forschungs- und Beratungsunternehmens ist gut lesbar und enthält interessante Erkenntnisse zur Umsetzung der Teilqualifizierungen sowie weiterführende Empfehlungen.

Anlage: Abschlussbericht "Evaluation der IHK-Pilotinitiative Zertifizierung von Teilqualifikationen

abschlussbericht-teilqualifikationen.pdfabschlussbericht-teilqualifikationen.pdf


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18.10.2017 20.10.2017
Seit dem 1. Januar 2005 unterstützt die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), zuvor Migrationserstberatung genannt, Menschen mit Migrationshintergrund über 27 Jahre bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration. Sie hat dabei vor allem die Aufgabe, als Grundberatungsangebot neu zugewanderten Erwachsenen Integrationsförderung (individuelle Beratung und Begleitung auf Basis des Case Managements, Empowerment zum selbstständigen Handeln in alltäglichen Lebenssituationen, Vermittlung an andere Dienste und Einrichtungen) anzubieten. Auch dürfen in Ausnahmefällen unter 27 Jährige beraten werden, die bei Problemlagen ähnlich jener der Erwachsenen (bspw. Wohnungssuche, Beantragung von Kindergeld, Trennung) Unterstützung benötigen.
  Ort: Michel & Friends Hotel Lüneburger Heide

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